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20. Juli 2017

Wenn der Chef Hilfe braucht

Die Seligenstädter Musikschullehrerin Renate Müllemann leitet nach einem Schlaganfall mit Halbseitenlähmung und Sprachstörung ein Musikangebot für die Wohngruppe am Steinheimer Tor. Nach langer Rekonvaleszenz hat sie sich ins Alltagsleben zurückgekämpft. Doch sie braucht Unterstützung.

Renate Müllemann, 55, Sonderpädagogin mit Schwerpunkunkt Musik, wird 2010 mit einer schweren Hirnblutung aus dem Berufsleben gerissen. Künstliches Koma, mehrere OP, ein halbes Jahr Behandlung in einer neurologischen Akutklinik. Es folgen drei Jahre Behindertenwohnheim (Grasellenbach, Residenz am Wald). Sie schafft den Auszug in eine eigene Wohnung, seit 2014 lebt die Wahl-Bochumerin wieder in ihrer Geburtsstadt Seligenstadt mit ambulanter Unterstützung in eigener Wohnung.

Das Musiktalent hat Glück im Unglück: Renate Müllemann verliert die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben, ihr Sprachzentrum ist nahezu zerstört, mithilfe einer Logopädin erlernt sie mit viel Aufwand einfache Wörter, um sich im Alltag verständigen zu können. Geblieben ist ihr die musikalische und emotionale Kompetenz (gesunde, rechte Gehirnhälfte).

Renate Müllemann ist eine Frohnatur. Sie summt und singt, beginnt einhändig Klavier und Horn zu spielen. Die ausgebildete Blockflötenlehrerin (Sopran bis Alt) muss sich für immer von ihren Instrumenten verabschieden, auch von der Gitarre. Dennoch gibt sie nicht auf. Sie liebt sie Musik, sucht nach neuen Aufgaben. Seit 2015 ist sie in St. Marien im Impulse Chor aktiv, übernimmt ehrenamtlich bei der Behindertenhilfe für die Wohngruppe am Steinheimer Tor das wöchentliche Singen.

Renate Müllemann hat Temperament, kann Menschen begeistern. Die wöchentlichen Singtreffen sind ein Erlebnis: Kraftvoll wird mit einer Hand dirigiert, mit dem Fuß der Takt vorgegeben. Die Musiklehrerin steckt alle an, schafft es, alle Teilnehmer einzubeziehen – auch reservierte Menschen. Wilfried L. (alle Namen der Bewohner geändert) begleitet mit der Mundharmonika. „Meine Eltern haben mich kein Musikinstrument lernen lassen, ich arbeitete auf der Baustelle, Renate hat mein Interesse geweckt.“ Achim Böttger, Mitarbeiter der Wohngruppe, möchte das wöchentliche Singen und die Auftritte bei Festen und Feiern mit Renate Müllemann nicht mehr missen. „Renate kann die Menschen für Musik begeistern. Das wöchentliche Singangebot ist ein wunderschöner Programmpunkt für die Bewohner. Das Musikprogramm bei den Sommer- und Weihnachtsfesten ist großartig.“
Gesungen wird querbeet: Von Kinderlieder wie „Wer will fleißige Handwerker sehen“ über Volkslieder (Kalinka) bis zu Schlagern wie „Mamor, Stein und Eisen bricht“ reicht die Palette. Beim „Schneewalzer“ begleitet Robert F. hingebungsvoll am Klavier. Dazu wird getanzt und die Mundharmonika gespielt.

Damit Renate Müllemann bei den Proben sich ganz den Teilnehmern widmen kann, braucht sie Unterstützung. Anna Stiebitz hat sie ein Jahr ehrenamtlich begleitet und dabei besser kennengelernt. „Renate braucht viel Aufmerksamkeit, man muss ständig bei ihr sein, um zu erkennen, was sie braucht“. Ein festes Programm gibt es nicht. Und doch sind die einzelnen Lieder sorgfältig vorbereitet. Renate Müllemann weiß genau was sie tut und von ihrer Assistenz braucht. „Ich bin der Chef – bitte helfen.“

Es liegen Noten und Requisiten bereit, die verteilt werden müssen, auch Instrumente und Tücher. „Man braucht Geduld, gerade dann, wenn Renate die Worte fehlen. Man muss mit ihr mitgehen, die Teilnehmer haben Spaß am Musikangebot, und für Renate ist es eine tolle Bestätigung. Ich nehme sie nicht als Behinderte wahr, sie ist die Chefin, es macht Spaß mit ihr zu arbeiten.“
Jetzt geht Anna Stiebitz für ein Jahr als Au Pair nach Amerika. Damit Renate Müllemann das Angebot fortsetzten kann, benötigt sie ab 4. September 2017 jeden Montag von 17 bis 18 Uhr eine Assistenz. Das gilt auch für Auftritte bei Festen und Feiern (Sommerfest, Nikolaus/Weihnachten, Fastnacht). Am Samstag, 26. August, singt Renate Müllemann mit ihrer Gruppe beim Sommerfest an der Seligenstädter Wallstraße 38-40.

Wir bedanken uns bei der Offenbach Post und Herrn Michael Hofmann, Leitung Lokalredaktion Seligenstadt, für den Abdruck des Artikels. Die Presseveröffentlichung können Sie hier aufrufen.

2. Juni 2017

Wien nach Offenbach geholt

Eine Jahrhunderte alte Tradition des urbanen Zusammenlebens aus dem Nachbarland Österreich macht in Offenbach Schule: Leben mit Hausbesorger. Menschen mit Handicaps haben bei der Stiftung Lebensräume in ihren Wohnhäusern einen ersten Ansprechpartner für ihre Alltagsbelange. Bereits zwei Wohnprojekte betreibt das Sozialunternehmen nach dem Wiener Modell in der Stadt Offenbach. Jetzt wird ein weiteres in Stadtrandlage bezogen.

Der Mensch braucht Ansprache

Menschen brauchen für eine gesunde Entwicklung Ansprache und soziale Akzeptanz in ihrem Wohnumfeld. Das Gespräch im Hinterhof oder einfach beim Nachbarn anklingeln und um eine Fahrradpumpe bitten zu können, sorgt für ein angenehmes und sicheres Lebensgefühl. Fehlt es an diesen Kontaktmöglichkeiten, können Gefühle von Nichtbeachtung, Isolation bis hin zur Ausgrenzung entstehen. Sozialkontakte im Wohnumfeld bereichern unser Leben und sie sind für Menschen mit Behinderungen umso bedeutsamer. Ihnen geeigneten Wohnraum in nachbarschaftlicher Umgebung bereitzustellen und diesen angemessen zu versorgen, obliegt der sozialen Verantwortung von Gemeinwesen und Kommune. Das ist heute nicht mehr selbstverständlich.

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Städtischer Bauboom mit Eigentumswohnungen und gestiegene Mietpreise erschweren behinderten Menschen ohne oder mit geringem Erwerbseinkommen die Wohnungssuche. Sie haben auf dem freien Wohnungsmarkt keine Chance. Und die Wartelisten beim Wohnungsamt und den Wohlfahrtsorganisationen werden länger. Ein einzelner Akteur kann heute die Aufgabe nicht lösen. Stadt, Wohnungseigentümer und Wohlfahrtsträger müssen klug zusammenwirken, damit auch Menschen mit Behinderungen Wohnraum finden.

Auch soll heute das Zusammenleben durch verstärkten Zuzug einkommensstärkerer Menschen in städtische Lebensräume neu ausgehandelt werden. Eine Verdrängung sozial schwächerer Menschen ist zu verhindern, ein solidarisches Miteinander zu fördern. Gerade für Menschen mit psychischen Erkrankungen sind das hohe Anforderungen, die sie oft alleine nicht bewältigen können. Wohnraum wird eben nicht gerne an Menschen vermietet, die mit ihrer Alltagsbewältigung überfordert sind, ihren Haushalt nicht alleine besorgen können. Zu groß ist die Sorge, dass die Miete nicht bezahlt wird, mögliche Konflikte das Zusammenleben erschweren, die sanierte Immobilie nicht pfleglich behandelt wird. In der Tat sind für einen Mieter mit körperlicher oder seelischer Behinderung Aufwand und Kosten für Anmietung und Unterhaltung einer Wohnung kaum zu schultern.

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Zugleich sollen in Zeiten von Inklusion und sozialer Teilhabe Wohnheime aufgelöst und Menschen der Zugang zu Wohnraum in nachbarschaftlicher Umgebung ermöglicht werden. Die rechtliche Handhabe bietet dazu das neue Bundesteilhabegesetz (BTHG), das seit 2017 Schritt für Schritt die UN-Behindertenrechtskonvention auch in Deutschland umsetzt. Damit dies gelingt, braucht es Schnittstellen mit praktischen Hilfen, die dafür Sorge tragen, dass Menschen mit Handicaps nicht in prekäre Wohnverhältnisse geraten, sozial ausgegrenzt werden und ihr Obdach verlieren. Ein Concierge oder Hausbetreuer kann ein wichtiges Bindeglied sein – auch für „die Gesunden“ in der nachbarschaftlichen Umgebung, die bei Unsicherheiten und Konflikten einen Ansprechpartner haben.

Das Modell des Hausbesorgers

Wer nicht alleine mit seinen Alltagsangelegenheiten zurechtkommt, dem kann mit kleinen praktischen Hilfen durch einen Concierge schnell geholfen werden. Das kann das verstopfte Flusensieb der Waschmaschine sein, die geplatzte Mülltüte im Treppenhaus oder ein Missverständnis mit dem neuen Nachbarn, das Menschen mit Handicaps und mangelnden Sozialkontakten schnell vor unlösbare Probleme stellt. Bei größeren Aufgaben kann er weitere Hilfen hinzuziehen. Seit 2009 gestaltet die Stiftung Lebensräume in der Stadt Offenbach nach dem Wiener Modell des Hausbetreuers das Zusammenleben in einem eigenen und einem angemieteten Wohnhaus.

Zurück zu Wien: In der nach Berlin zweitgrößten deutschsprachigen Stadt sind heute noch rund 1.400 Hausbesorger im Gemeindewohnungsbau tätig. Sie haben eine Dienstwohnung im Gemeindebau, sind erste Ansprechpartner für die Bewohner, haben ein offenes Ohr für deren Anliegen und verkörpern die gute Seele im Haus. Im Jahr 2000 wurde in Wien das Hausbesorgergesetz abgeschafft. Geht ein Hausbesorger in Pension, übernehmen heute Hausbetreuer/innen ihre Arbeit. Weggefallen ist die Dienstwohnung, geblieben sind die Aufgaben. Gewohnt wird heute in einer Mietwohnung in der betreuten „Stiege“ (Etage) oder in einem nahegelegenen Wohnhaus, das höchstens 300 Meter von der „Stiege“ entfernt sein darf.

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Bei Lebensräume sind die Objekte mit rund 10 Hausbewohner deutlich kleiner, der Concierge hat eine Mietwohnung im Haus und ist für zwei bis vier „Stiegen“ zuständig. Das Modell findet hohe Zustimmung. Die Bewohner schätzen es, vor Ort einen Ansprechpartner zu haben, sie fühlen sich nicht „so einsam“, haben mehr Sicherheit im Umgang mit ihren Wohnungsnachbarn und der umliegenden Nachbarschaft. Mit kleinen Hoffesten wird die Gemeinschaft gefördert, Tische und Stühle laden im Garten zum täglichen Verweilen und Gespräch ein. Wechselt in der angrenzenden Nachbarschaft ein Mieter, stellt sich der Concierge vor, spricht offen mit den Menschen, baut Vorurteile ab. Die Praxis zeigt, dass die Begegnungen im Hof oder auf der Straße für beide Seiten normaler geworden sind, Ängste und Vorurteile abgebaut werden konnten. Menschen mit Handicaps verbringen ihre Zeit nicht mehr ausschließlich alleine in ihren Zimmern, trauen sich wieder zu, im Hof oder Garten zu sitzen. Dabei spielen sie Karten oder setzen am Wochenende den Grill in Gang. Ist ein Würstchen übrig, wird es über den Zaun gereicht. Jetzt startet Lebensräume in der Stadt Offenbach das dritte Wohnprojekt mit Concierge.

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Investor, Sozialträger und Stadt kooperieren

Ein Frankfurter Investor hat in guter Offenbacher Stadtrandlage ein altes Mehrparteienhaus gekauft und komplett saniert. Die Stiftung Lebensräume hat das Objekt für 15 Jahre angemietet, die Stadt Offenbach unterstützt das Hausbesorger-Projekt. Wünsche des Generalmieters für ein angemessenes und zeitgemäßes Wohnen werden berücksichtigt. Auf vier Etagen finden 10 Bewohner Platz, im Anbau wohnt in unmittelbarer Nähe zu „den Stiegen“ der Hausbetreuer. Jeder Mensch hat ein schönes Zimmer, auf jeder Etage gibt es eine ausgestattete Küche mit Gemeinschaftsraum, ein Bad und eine Gästetoilette. Das Gebäude verfügt über einen geräumigen Hinterhof mit Grünfläche und Grillecke. Die Vergabe der Wohnräume und Verwaltung übernimmt die Stiftung Lebensräume. Das Wohnen mit Concierge ist eine echte Alternative zum Wohnheim, das heute nicht mehr zeitgemäß ist. Auch Menschen mit Behinderung wollen ein normales Leben führen, Kommune und Gemeinwesen müssen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Mit dem Hausbetreuer-Modell wird ein Stück Wien nach Offenbach geholt. Praktizierte Inklusion. Text und Bilder: www.allemunde.de

Der Artikel wurde im Offenbacher Stadtmagazin Mut & Liebe, Ausgabe 23, am 1. Juni 2017 veröffentlicht. Klicken Sie hier.

23. Dezember 2016

Kommunikationskonzepte und Texte die Menschen erreichen – alleMunde sagt Danke

Die Arbeit in meiner Kommunikationsagentur alleMunde – anders kommunizieren war 2016 geprägt von intensivster Konzept- und Textarbeit. Thematisch standen die Arbeitsmarktintegration und Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen am Leben in der Gemeinschaft im Zentrum der Tätigkeit. Dazu wurden anspruchsvolle Konzepte und zielgruppenorientierte Texte für Websites, Produktmappen und Fachzeitschriften entwickelt. Besonders anregend war für mich die inhaltliche und präzise Informationsaufbereitung für eine ambitionierte Existenzgründerin und einen literarischen Newcomer. Nachfolgend meine Arbeit in Wort und Bild.

Für zwei renommierte Unternehmen der Sozialwirtschaft konnte ich mit alleMunde Produktmappen als einheitliches Marketinginstrument konzipieren, substantielle Texte erstellen und mit den Grafikagenturen www.pict.de und  www.grafikdesign-baumgardt.de erfolgreich umsetzen. Die Herausforderung bestand für mich darin, die in der Branche so liebgewonnenen Flyer durch ein modulares Informationssystem nach Kategorien mit bis zu 60 Blättern zu ersetzten. Kompakt und einfach mussten die Teilhabechancen für Kunden und das soziale Umfeld  dargestellt, präzise die Leistungen zur Gewinnung von Partnern aus Arbeitsmarkt und Wohnungswirtschaft beschrieben werden. Die neuen Informationssysteme für die Stiftung LEBENSRÄUME  www.lebsite.de und LebensGestaltung e.V. www.lebensgestaltung.de werden im neuen Jahr gedruckt.

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Freigeschaltet wurde zu Jahresbeginn der neue Internetauftritt www.allinklusiv-jobs.de zur intensivierten Eingliederung von schwerbehinderten Menschen (GdB 50 und mehr) in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse – ein Programm der Bundesregierung (BMAS) für mehr Teilhabe Schwerbehinderter am Arbeitsmarkt. Weitere Medien waren hierzu Plakate und Flyer. Für die Website konnte ich mit alleMunde persönliche Profile und Erfahrungsberichte mit Arbeitgebern und Arbeitnehmern entwickeln. Ein weiterer Internetauftritt konnte mit Partnern für die Integrationsfirma ESSWERK neu aufgebaut und im Dezember unter www.esswerk-of.de  freigeschaltet werden. Eine moderne Website im Magazincharakter mit Kacheldesign und kurzen Texten. Alles ohne Klicks auf einer Ebene im Responsive-Design für Smartphones und Tablets – umgesetzt mit der Grafikagentur pict und dem Programmierer www.virtualworx.de. Viele News-Texte und Portraits entstanden wieder für die Stiftung Lebensräume www.lebsite.de.
Dazwischen lag die wunderbare Arbeit für die Herrnmühle – Café überm Fluss für LebensGestaltung e.V. in Hanau. Ansprechende Texte für Website und Speisekarte durfte ich mit alleMunde gestalten. Eine tolle Arbeit, ein wunderbares Café – www.herrnmuehle-hanau.de

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Erfolgreich fortsetzen konnte ich im nun bereits dritten Geschäftsjahr von alleMunde – anders kommunizieren die Zusammenarbeit mit dem Offenbacher Stadtmagazin Mut & Liebe und der Zeitschrift Treffpunkte Rhein-Main für die Sozialpsychiatrie. Nach 40 Jahren Psychiatriereform in Deutschland habe ich für themenbezogene Fachartikel im Quartalsrhythmus recherchiert und getextet. Für meine Beiträge in Mut & Liebe standen die Themen Migration und Buchbesprechungen im Vordergrund. Hervorzuheben möchte ich hier die Rezensionen zu Thomas Melles Roman Mit dem Rücken zur Wand und Francisco Cienfuegos Lyrikband Reger Laut im Zwischenraum – Vertonungsskizzen gegen das Erstarren.

Vom gegenseitigen Lernen geprägt war die Arbeit mit der Wirtschaftspädagogin Sigrid Knorr und dem Erziehungswissenschaftler und Kommunikationstheoretiker Francisco Cienfuegos. Die sprachliche Aufbereitung von Informationen für Website und Presse stand bei dem Startup-Unternehmen www.y-potential.de im Vordergrund. Die Firma unterstützt Studenten beim Einstieg in den Beruf und bereitet Unternehmen auf den Wertewandel der technikaffinen und nach Work-Life-Balance strebenden „Generation Y“ (geboren zwischen 1980 und 1995) mit Angeboten in Hochschulen und Unternehmen vor.
Das Ausloten der Sprache im zwischenmenschlichen Beziehungsraum und die konkrete Unterstützung bei Lesungen und Veranstaltungen kennzeichnete meine Arbeit mit Francisco Cienfuegos – www.milagualyrik.com. Aufnehmen konnte ich auch wieder meine Arbeit in der Offenbacher Literaturgruppe „Autoren unterwegs“.

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Ich bedanke mich mit alleMunde bei meinen Kunden, Kooperationspartnern und Freunden für die konstruktive Zusammenarbeit und die überzeugenden Arbeitsergebnisse in 2016 und wünsche allen ein erfolgreiches Jahr 2017. Ich freue mich auf weitere gemeinsame Projekte.
Herzlichst Ihr Johann Kneißl, Inhaber von alleMunde – anders kommunizieren.

9. Dezember 2016

Neuer Internetauftritt für ESSWERK

Kürzlich wurde nach einer dreimonatigen Gestaltungs- und Umsetzungsphase der neue Internetauftritt von ESSWERK freigeschaltet. Für das sportliche Ergebnis sorgten eine präzise Zielformulierung und klar definierte Gestaltungselemente: Die Integrationsfirma der Stiftung LEBENSRÄUME sollte als eigenständiges Unternehmen präsentiert, Potentiale und Leistungsvielfalt für die Zielgruppen sorgfältig herausgearbeitet und eine größtmögliche Marktorientierung hergestellt werden. Die Gestaltungselemente sollten mit Kachelstruktur, großem Header-Bild und Schriftfamilie an die Stiftung anknüpfen, insgesamt aber mehr Lebendigkeit mit modernen Farben, zusätzlichen Schriftelementen, griffiger Sprache sowie dynamischer Kachelstruktur erzeugt werden – auch unterschiedliche Bildformate zulassen. Die Texte sollten kurz und mit 300 bis 600 Zeichen die Inhalte pointiert beschreiben.

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Mit den drei Service-Navigationspunkten „Job & Beschäftigung“, „Firmen & Schulen“ sowie „Eltern & Schüler“ sind für die drei Zielgruppen die kompletten Inhalte auf nur einer Ebene erfahrbar. Auf eine Unternavigation wurde bewusst zugunsten der Nutzerfreundlichkeit verzichtet. Wo nötig, wurden Dokumente hinterlegt (Zertifikate) und eine Verlinkung direkt von der Kachel hergestellt (Online-Bestellsystem). Der Navigationspunkt „Kontakt“ führt zu den fünf Service-Bereichen von ESSWERK, mit einem Klick kann an die zuständige Person eine Mail abgeschickt werden. Programmtechnisch umgesetzt wurde die Seite für die Desktop- und Mobilanwendung mit WordPress von www.virtualworx.de, grafisch gestaltet von www.pict.de. Konzept, Wortschöpfung und Projektmanagement steuerte www.allemunde.de bei.

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Als Startseite erscheint das Kerngeschäft der Integrationsgesellschaft: „Job & Beschäftigung“. „Das Ziel von ESSWERK ist, Menschen mit Behinderungen, psychischen Erkrankungen und psychosozialen Handicaps eine anspruchsvolle Beschäftigung in der Region Offenbach zur Verfügung zu stellen“, erfährt der Besucher auf der Begrüßungskachel mit vier Sätzen. Erfrischende blaue Farbwelten informieren über sozialrechtliche Beschäftigungsformen, Tätigkeitsfelder, Job-Portraits, Sozialarbeit und Trainings. „Firmen & Schulen“ können sich mit Kacheln in Grüntönen über Schulküchen, Produkteinkauf und Zubereitung sowie den vielfältigen Serviceangeboten informieren. Auf den Hunger gebracht werden Kita-Sprösslinge und Schüler auf der Seite „Eltern & Schüler: mit Wochen- und Lieblingsrezepten, Speiseplänen, Online-Bestellsystem und Schülersprüchen – ein buntes Potpourri in Rot-Orange passend für die Zielgruppe.

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Sehen Sie selbst unter www.esswerk-of.de

1. Dezember 2016

Ein Tappen im Dunkeln mit Lichthöfen

Thomas Melle schreibt in seinem autobiografischen Roman Die Welt im Rücken schonungslos ehrlich und berührend über seine manisch-depressive Erkrankung. Nach 2011 und 2014 stand der Rowohlt-Autor nun zum dritten Mal auf der Nominierungsliste zum Deutschen Buchpreis – zweimal auf der Shortlist und im Frankfurter Römer. Kürzlich erschien die 4. Auflage.
Eine Rezension von Johann Kneißl

Thomas Melle ist ein Meister der Erzählkunst. Nach seinen beiden nominierten Romanen Sickster (2011) und 3000 Euro (2014) berichtet er im neuen und dritten Roman Die Welt im Rücken über seine „drei Großmanien“ und anschließenden Abstürze in die Minussymptomatik, die Depression. Sein Krankheitsschübe sind „Touren durch den Abgrund“, das Buch ein um „Wahrhaftigkeit und Konkretion“ angelegter Versuch, das Entstehen und Erleben seiner „mörderischen“ Erkrankung aus der Erinnerung nachzuspüren – auch dem „Krankheitsmuster“ auf die Spur zu kommen und die Erkrankung zu bannen. „Die Hoffnung heißt: nie wieder manisch zu werden.“ Die drei Kapitel „1999“, „2006“ und „2010“ stehen für den Ausbruch seiner paranoiden Manien. Die bipolare Störung reißt ihn sechs Jahre mit Dutzenden von Klinikeinweisungen und Selbstentlassungen „wahnstichig“ aus dem realen Leben. Seine letzte manisch-depressive Phase dauert zweieinhalb Jahre, ruiniert ihn vollends. Mithilfe von Freunden und Ärzten kann er nach 10 Jahren eine medikamentengestützte Therapie akzeptieren. Dem Text fehlt es nicht an Humor. (…)

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Mit der Neuronen-Schwemme durch den Abgrund

„Das ist kein Roman, das ist der Hammer“, schreibt Sabine Vogel in der Frankfurter Rundschau (Nicht bei Trost, 07.09.2016). So ist es. Der Erkrankte irrt und taumelt durch die Welt. Er stürzt unaufhaltsam in die Tiefe, und je länger die Krankheitsphase andauert, desto abgrundtiefer der Fall. Und er merkt es selber nicht. „Das Bewusstsein hat den Halt verloren, der gesunde Menschenverstand ist ausgehebelt“, der Thomas Melle schreibt in seinem autobiografischen Roman Die Welt im Rücken schonungslos ehrlich und berührend über seine manisch-depressive Erkrankung. Nach 2011 und 2014 stand der Rowohlt-Autor nun zum dritten Mal auf der Nominierungsliste zum Deutschen Buchpreis – zweimal auf der Shortlist und im Frankfurter Römer. Kürzlich erschien die 4. Auflage. Eine Rezension. ein tappen im dunkeln mit lichthöfen „durchgeknallte Schädel“ der Realität enthoben, von niemanden mehr erreichbar. „Der Kopf kocht über, die Hirnchemie ist durcheinander, alles ist überdreht“. Es gibt keinen Zugriff mehr auf die eigenen Taten und Erlebnisse, Erinnerungs- und Urteilsvermögen sind ausgeschaltet. Aber keine Angst: Melle ist ein blitzgescheiter und pointierter Erzähler. Dosiert und verständlich zeichnet er ohne Hektik seine Krankheitsgeschichte nach. Und droht es, zu heftig zu werden, wird ein Kapitel weggelassen. Für den Leser bleibt dann nur der Satz, „Wenn Sie wüssten, was hier gestanden hat“. Dennoch ist der Text kein Spaziergang. Erschreckend genug und zugleich verrückt lesen sich die Textpassagen, als Melle wie ein Wahnsinniger durch Berlin rennt, von einer Party zur anderen, (…)

Tage des Dämmerns

Den manischen Phasen folgt der Absturz in die Minussymptomatik, die Depression. „Tage des Dämmerns“, ein Jahr lang. Das verknöcherte Wahnkonstrukt zerfällt, der Erkrankte versinkt, eine große Müdigkeit setzt ein, der Blick wird „eindimensional und starr“, er „ist so allein wie nie“ zuvor. Dreht sich in der Manie alles um den Erkrankten, versinkt der Depressive in die Bedeutungslosigkeit. „Die Menschheit hatte mich nicht mehr im Visier.“ Zweimal unternimmt er einen Suizidversuch mit dem Tranquilizer Tavor, auch mit Schmerztabletten, wirft sich 150 Stück ein. Er beschafft sich eine Kiste voll Elektrokabel, veröffentlicht im Internet seinen Nachruf. Dieser wird als Selbstmordversuch gewertet, er landet in der Psychiatrie. Literarisch ist der Roman auch ein Versuch, „Fiktion und Autobiografie auf dem Nullpunkt zusammenzuführen“, das bislang „Verklausulierte und Abstrahierte“ herauszuhalten. Das gelingt. Muss der Manisch-Depressive doch drei Leben führen: „das Leben der Depression, das Leben der Manie und das Leben des zwischenzeitlich Geheilten.“ „Letzterem“, so Melle weiter, „ist nicht zugänglich, was seine Vorgänger taten, ließen und dachten“.  (…)

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Sozialhilfe, Übergangswohnheim und eine neue Liebe

Der dritte Krankheitsschub hat Melle endgültig ruiniert: Wohnungs- und völlige Mittellosigkeit, Suchtstation, Gerichtstermine, gesetzlicher Betreuer, Übergangswohnheim, Betreutes Wohnen. Sein letztes Hab und Gut bringt er in einem Container in Berlin unter, er transportiert mit dem Einkaufswagen Fernseher und Kleinmöbel in der U-Bahn zur Sozialeinrichtung. Auf seinen Wunsch übernimmt sein Agent Robert die gesetzliche Betreuung mit den Zuständigkeiten Finanzen, Aufenthalt und Gesundheit. Es dauert Jahre, bis er sich aus seinem wirtschaftlichen Absturz „herausarbeitet“. Melle gibt nicht auf. Er schreibt drei Romane, ist als Drehbuchautor und Übersetzer tätig. Er versteht sich mit Robert, gewinnt seinen alten Freund Aljoscha zurück, Ella tritt sein Leben, er beginnt Lithium zu nehmen, beide bitten ihn darum. Melle „gesundet und bleibt krank“. Er hat sich auf ein „Leben mit angezogener Handbremse“ eingelassen. „Nur nicht zu glücklich sein! (…)

Die vollständige Rezension wurde im Offenbacher Stadtmagazin „Mut & Liebe“, Ausgabe 21/2016 veröffentlicht. Klicken Sie hier.

Wir bedanken uns beim Rohwolt-Verlag Berlin und bei den Offenbacher Editionen für die Veröffentlilchung des Covers und Autorenfotos von Dagmar Morath – bei Mut & Liebe Offenbach für die Freigabe des Textes.

Thomas Melle: Die Welt im Rücken, Rowohlt Verlag Berlin, 4. Auflage 2016, 350 Seiten, EUR 19,95
ISBN 978-3-87134-170-0

Johann Kneißl: Wir brauchen noch Kaffee und Zucker, OE Offenbacher Editionen, 160 Seiten, Paperback; 210 Farbabbildungen, 1. Auflage 2014, EUR 16,80; ISBN 978-3-939537-37-3
Bezug direkt beim Autor johann.kneissl@allemunde.de, T 0176 5035 3472 oder im örtlichen Buchhandel.

Wir brauchen noch Kaffee und Zucker erzählt mit 60 Alltagsreportagen über Menschen, denen ihre psychische Erkrankung alles genommen hat. Sie haben ihr Leben neu entdeckt, Freunde gefunden, verbringen ihre Tage mit Unterstützung in Tagesstätten, Wohnhäusern und Integrationsfirmen. Sie gärtnern, spielen Fußball, kochen, machen Freizeiten, führen den Hund aus. Darüber berichten sie – auch Lustiges und Originelles. Eine einfühlsame und liebevolle Hommage an Menschen am Rande der Gesellschaft. Ein ermutigendes Buch für Gesunde und Kranke, Laien und Profis. Die Rezension lesen Sie hier.
„Wer das Buch gelesen hat, geht dankbarer durchs Leben.“ Martin Meding, Psychiatrische Praxis, 6/2015

 

10. November 2016

Sozialpsychiatrie morgen

Nach der Reform ist vor der Reform – Gedanken von Johann Kneißl

Die Sozialpsychiatrie hat in 40 Jahren die Betreuung von Menschen mit psychischen Erkrankungen revolutioniert. Tagesstätten wurden eingerichtet, Wohnheime aufgebaut, Werkstätten und Integrationsfirmen geschaffen.
Doch auf dem Zenit ihrer Entwicklung muss sie sich neu erfinden: Einrichtungen wieder auflösen, den Menschen inklusive Wohn- und Arbeitsformen bereitstellen. Mit dem Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention von 2008 kam der Stein ins Rollen. Am 01.01.2017 tritt in Deutschland das Bundesteilhabegesetz in Kraft.

Sozialpsychiatrie 40.0 – Integration war größtmögliches Ziel

Sukzessive wurden im 20. Jahrhundert die „Nervenkranken“ als „Verrückte“ ausgegrenzt und eingesperrt. Ab den 1975er Jahren wurden sie vorsichtig Schritt für Schritt mit psychiatrischem Krankenpflegepersonal, Sozialarbeitern und Pädagogen in eigens errichteten Wohnheimen versorgt und schrittweise in die Gesellschaft zurückgeführt.
Das Thema „Psychische Erkrankung“ ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Es ist weder quantitativ möglich wie qualitativ sinnvoll, die Erkrankten aus ihren sozialen Wohn-  und Arbeitsorten herauszunehmen, sie in Einrichtungen zu versorgen und später wieder aufwendig in die Gesellschaft zu integrieren. Zu hoch sind die volkswirtschaftlichen Kosten, zu stark der Eingriff in das selbstbestimmte Leben der Betroffenen.
Neue Konzepte sind notwendig. Aber der Übergang zur inklusiven Gesellschaft fällt gerade den Institutionen nicht leicht – Profis wie Klienten. Vier Jahrzehnte „Integration“ haben Spuren in den Helferköpfen hinterlassen.

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Foto: Jörg  Baumann

Inklusion – eine neue Mode?

Ohne Zweifel sind Bildungs- und Teilhabeprojekte seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention hoch im Kurs, lassen sich mit EU- und Bundesfördertöpfen nach Vorlage guter Konzepte auf die Beine stellen. Auch ist unbestritten, dass verstärkt bei behinderten Kindern und Jugendlichen in Schulbildung sowie in Ausbildung und Beschäftigung investiert werden muss. Hier kann am meisten erreicht und alltagsorientierte Teilhabe unter Kindern früh erlernt werden, ohne dass sie kosten- und personalaufwendig im Erwachsenenalter hergestellt werden muss.
Doch immer noch beschäftigen in Deutschland rund 39.000 Unternehmen keinen schwerbehinderten Menschen, leisten mit der Ausgleichsabgabe lieber die Zwangszahlung. Verkehrte Welt. Kindergärten und Schulen sind zur Inklusion gesetzlich verpflichtet worden, erhalten zusätzliches pädagogisches Personal. Und warum soll nach der Schule die Inklusion in Ausbildung und Arbeit aufhören?

Zukunftsvision 1: Wohnheime auflösen

Wohnheime sollten in geräumige 4-Zimmerwohnungen für Wohngemeinschaften umgebaut und somit aufgelöst werden. Menschen mit Behinderungen leben zukünftig in Stadtquartieren und Wohnanlagen – entsprechend ihres Wunsches alleine oder in Wohngemeinschaften, maximal 6 bis 8 Menschen pro Quartier. Kleine Dreifamilienhäuser mit zwei Wohngemeinschaften können eine Alternative sein für Menschen mit größerem Schutzbedürfnis incl. Garten und Concierge im Haus, der abends nach seiner Berufsarbeit ansprechbar ist.
Erforderliche fachliche Unterstützung wird aufsuchend nach Bedarf ambulant erbracht. Die Herausforderung wird in den anwachsenden Großstädten sein, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Moderne Wohngemeinschaften mit kleinem Privatbereich als Wohnatelier und gemeinsam genutzter Küche mit Ess- und Wohnraum könnten die Kosten senken. Hier sind auch Architekten gefordert, gemeinschaftliche Wohnideen zu entwickeln.
(…)

Lesen Sie den vollständigen Artikel in der Zeitschrift Treffpunkte Rhein-Main, Ausgabe 4/2016.
Klicken Sie hier: treffpunkte_rhein-main_4-2016_sozialpsychiatrie-morgen

 

3. Juli 2016

Herrnmühle – besondere Texte für einen besonderen Ort

Die Hanauer Herrnmühle – Café überm Fluss ist in jeder Hinsicht etwas Besonderes: Industriecharme aus dem 16. Jahrhundert mit Bruch- und Backsteinen, klassische Ausstattung im Mühlencharakter-Ambiente, einzigartige Lage am Kinzig-Wehr mit 22 Meter langer Terrasse überm Fluss – ein unverwechselbares Café und zugleich wundervolles Veranstaltungsidyll. Grafikdesign, Fotografie und Texte sollten alles auf den Punkt bringen – Tradition und Moderne verbinden.

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Im April 2016 fand der erste Medientermin im Rohbau statt. Die projektleitende Grafikagentur, Fotograf und Texter waren beeindruckt, spürten schnell, einen besonderen Ort mit einer besonderen Aufgabe vor sich zu haben. Auftraggeber und Geschäftsführer Bernd Schuppner-Schiff von LebensGestaltung e.V. und sein Projektleiter Hans-Peter Kunz äußerten unisono: „Wir wollen hier was richtig Gutes machen.“ Die Messlatte war gelegt.

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Die Historie der Getreidemühle sollte pointiert dargestellt, das Ambiente mit Terrasse überm Fluss erlebbar beschrieben, bodenständige Kochkunst und liebevolle Zubereitung durch 14 Menschen mit Behinderung wertschätzend erwähnt und schließlich auf interessante Veranstaltungen und Vermietungen für stilvolle Feste und Feiern hingewiesen werden. Jeweils mit vier bis fünf Textzeilen – volle Konzentration auf die Buchstabenkunst war angesagt, diesmal ohne Projektleitung!

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Am 1. Juli 2016 wurde das Juwel Herrnmühle – Café überm Fluss offiziell eröffnet. Oberbürgermeister Claus Kaminsky und der Vorsitzende von Lebensgestaltung e.V., Stephan Wolff, waren vor über 100 Festgästen voll des Lobes: Eigentümer und Mäzen Ernst Hein -auch Investor des „Restaurant Druckwasserwerk“ im Frankfurter Westhafen- hat geschmackvoll saniert, örtliche Schreiner mit Innenausstattung und Mühlenrad-Anmutung über der Theke ein unvergleichliches Ambiente geschaffen. Moderne Website mit tollen Fotos und ansprechenden Texten spiegeln das Projekt überzeugend wider. „Sie treffen voll und ganz meinen Geschmack“, äußert Projektleiter Hans-Peter Kunz zum Textwerk. Und der literarisch interessierte Geschäftsführer freute sich über das Gastgeschenk „Literatur zur Werkzeit“, ein Autorenprojekt in Offenbacher Lokalen und Cafés. „Wir werden ein schönes Plätzchen finden.“ Überzeugen Sie sich von den Herrnmühle-Texten unter www.herrnmuehle-hanau.de

Ein Projekt von www.pict.de in Kooperation mit www.studio-seikel.de und www.allemunde.de

 

 

11. Juni 2016

Inklusion und Lyrik

„Gelungene Integration“ und „Lyrik gegen das Erstarren“ – was haben beide Artikel in der Zeitschrift „Mut & Liebe“, Ausgabe 19/2016, gemeinsam? Mehr, als Sie denken. Die Schulessensverpflegung von ESSWERK ermöglicht 250 Menschen mit Handicaps eine sinnvolle Beschäftigung in 40 Schulen und Kindergärten „mitten im Leben“. Vom realen Arbeitsmarkt ausgegrenzte Menschen, die zuvor in Tagesstätten und Werkstätten für behinderte Menschen beschäftigt waren, kochen für Kindergartenkinder und Schüler, für Erzieher und Lehrer. Sie verteilen das Essen, säubern Geschirr und Küche. 1.200 Essen täglich. Das ESSWERK Projekt von Mike Gräf verdient Respekt und ist gelungene Inklusion in den Arbeitsmarkt.

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Was leistet die Lyrik für unseren Alltag, diese schöngeistige und brotlose Kunst? Ein Plädoyer: Die Sprache von uns „Nichtbehinderten“ wird zunehmend funktionaler, zweckbestimmter. Sie verliert an Farbigkeit, Metaphern, Lebendigkeit – verarmt emotional. „Wir haben uns immer weniger zu sagen, begegnen uns nicht mehr im anderen, verkümmern, schaffen mit der Sprache uns selbst ab“, sagt Francisco Cienfuegos. Hier hält seine Lyrik dagegen. Sie holt das Ausgegrenzte und Verlorengegangene in unserer Sprache, unseren Beziehungen, in den Alltag zurück, stellt ein Miteinander her, überwindet das Alleinsein.

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Hinter beiden genannten Projekten stehen zwei bedeutende Erziehungswissenschaftler Anfang fünfzig: Mike Gräf, ESSWERK Geschäftsführer und seit 25 Jahren praktizierender Pädagoge, engagiert sich für die Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Francisco Cienfuegos, Lehrender an der Fachschule für Sozialwesen in Frankfurt und Lehrbeauftragter an der Fachhochschule für Soziale Arbeit in Frankfurt, bereitet junge Menschen für den Sozialberuf vor. Mit musikalischen Lesungen ist er in Spanien und Deutschland unterwegs. Das Engagement beider verdient eine Würdigung. Lesen Sie nachfolgende Artikel, publiziert in der Zeitschrift Mut & Liebe, Ausgabe 19/2016, Erscheinung 1. Juni 2016.
Gelungene Integration: Ein Gespräch mit Geschäftsführer Mike Gräf
Lyrik gegen das Erstarren: Autoreninterview Francisco Cienfuegos

20. Januar 2016

Sympathieträger mit Sprungkraft – Ein neues Projekt für mehr schwerbehinderte Menschen am Arbeitsplatz

Seit Januar 2016 verkörpert ein dynamisches kleines Männchen als Wort- und Bildmarke einen sympathischen Marktauftritt für mehr schwerbehinderte Menschen am Arbeitsplatz. Modern, lebendig und emotional ansprechend sollten die Print- und Webmedien des dreijährigen Projekts mit dem vorgegebenen Titel ALL INKLUSIV für die Region Offenbach daherkommen. Die Bereitschaft der Arbeitgeber zur Einstellung schwerbehinderter Menschen sollte signifikant erhöht, die Kompetenzen und Motivation von Menschen mit Schwerbehinderung deutlich herausgestellt werden – alles mit einem neuen Gesicht, fernab der bisherigen Arbeitsvermittlung mit einer eigenen Anlaufstelle – als runde Sache!

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Beauftragt wurde die Entwicklung eines eigenständigen Erscheinungsbildes mit neuen Farb- und Schriftwelten, Firmen und schwerbehinderte Arbeitnehmer sollte es angesprechen und zur aktiven Mitarbeit gewinnen, das Corporate Design auf alle Medien konsequent übertragen werden. Logo, Geschäftsausstattung mit Briefbögen und Visitenkarten, ein 8-seitiger Flyer, eine Plakatserie von 3 x 2 Plakatpaaren „Arbeitgeber-Arbeitnehmer“ (A2-Hochformat, 29,7cm x 84cm) mit Übertragung auf 2-seitigen Flyern (75mm x 210mm), sowie der Internetauftritt wurden individuell in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden erarbeitet.

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Der nicht einfache Titel ALL INKLUSIV aus der Tourismusbranche mit der Assoziation zum Bändchenurlaub wurde neben der dynamischen Logo-Darstellung qualitativ mit dem Claim *fit4work! aufgewertet. Qualität statt Quantität! Farb- und Schriftwelten wurden auf Wunsch der Auftraggeber von ursprünglich plakativ werbend mit der modernen Farbwelt pink-grün in die harmonischere Form rot-orange zurückgenommen, die vorgesehene Plakatschrift in eine ruhigere Schriftfamilie, passend zur Sozialwirtschaft und schwerbehinderten Menschen, geändert. Fotoshootings wurden vor Ort bei drei Firmen mit Firmenchefs und Menschen mit Schwerbehinderung durchgeführt, die Website mit authentischen Portraits „Chef des Monats“ und „Mitarbeiter des Monats“  aufgewertet, ein passwortgeschütztes und persönliches Stellenportal mit datengeschützten Zertifikaten (https) für eine wirksame Vermittlungsarbeit integriert.

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Das Förderprojekt der Bundesregierung für Arbeit und Soziales wird aus Mitteln des Ausgleichfonds finanziert und vor Ort von den Projektpartnern Pro Arbeit, MainArbeit, Agentur für Arbeit Offenbach und der Lebensräume Rehabilitationsgesellschaft mbH umgesetzt. Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DLG) bewertete und vergab die bundesweit eingereichten Projekte im Auftrag der Bundesregierung.

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alleMunde übernahm zum 1. September 2015 als Vertragspartner den kompletten Medienauftritt mit Konzeption, Textgestaltung sowie Projekt- und Prozessmanagement. Realisiert wurde das anspruchsvolle Projekt in vier Monaten mit den Mainzer Medienpartnern querform-Design (grafische Gestaltung / Fotografie) und Dahlmann-Webdesign (Programmierung). Berthold Druck in Offenbach wurde mit der Printproduktion beauftragt, alleMunde hat die Betreuung der Website übernommen. Die Desktopversion wird gerade für die Mobilanwendung (Responsive-Design) optimiert – damit beim Projekt ALL INKLUSIV alles „rund“ läuft und mehr schwerbehinderte Menschen in Arbeit kommen. Zum Nutzen für die Wirtschaftsregion Offenbach.
Lassen Sie sich vom Projekt anstecken. Rufen Sie an – machen Sie mit! Überzeugen Sie sich selbst vom Internetauftritt unter www.allinklusiv-jobs.de

22. Dezember 2015

Website mit Magazincharakter

Modern, lebendig und kundenattraktiv – der Internetauftritt der Stiftung Lebensräume bekam ein neues Gesicht im Magazincharakter. Die Seite soll Kunden ansprechen und neugierig machen, Angebote ohne großes Herumklicken schnell gefunden werden. Das bestehende Portal des Sozialunternehmens machte das Suchen mit der horizontalen und vertikalen Navigationsstruktur besonders für Mobilanwender sehr aufwändig.

Im ersten Schritt wurde die Startseite mit einer Kachelstruktur neu entwickelt. Aktuelle Nachrichten, Publikationen, Termine und Kundenportraits sollen auf den ersten Blick erfasst werden, ein Teaser-Text mit Bild dem User eine schnelle Orientierungshilfe geben. Im Responsive-Design werden die Kacheln lesefreundlich untereinander dargestellt – ohne Klicken kann sich der Anwender mit dem Scrollen einen Überblick verschaffen. Die Kachelstruktur wurde auf allen Ebenen konsequent umgesetzt.

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Ziel der Neugestaltung war, die Angebote und Betriebseinrichtungen konsequent aus Sicht des Kunden offensiv aufzubereiten. Das ist heute in der freien Wirtschaft selbstverständlich, die Sozialwirtschaft ist mit ihren Kundenleistungen aber noch zurückhaltend. Die Kacheln wurden mit zentralen Begriffen und Kurzbeschreibungen nach den häufig gestellten Fragen (FAQ) aufgebaut. Öffnet der Besucher eine Kachel, wird er sofort über Zielgruppe, Inhalt der Leistung und Ort informiert. Passt das Angebot für ihn, kann er direkt an den zuständigen Mitarbeiter eine Mail senden oder anrufen.

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Über eine Portraitseite kann der Kunde Nutzerstimmen zu einzelnen Angeboten lesen und so erfahren, ob das Angebot für ihn geeignet ist. alleMunde entwickelte mit „pict kommunkationsdesign“ das Konzept und übernahm das Projektmanagement. Virtualworx aus Berlin übernahm die anspruchsvolle Programmierung.
Sehen Sie selbst unter www.lebsite.de